Berufliche Weiterbildung zum/zur "Rehabilitationslehrer/in für Blinde und Sehbehinderte" - Orientierung und Mobilität

Siegel Weiterbildung Hamburg

Beginn: Herbst 2020

Seit 1980 bietet das Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) e.V. berufliche Weiterbildungen zum/zur Rehabilitationslehrer/in für Blinde und Sehbehinderte - Orientierung und Mobilität - in Hamburg an. Seit 2007 sind wir eine geprüfte Weiterbildungseinrichtung.

Ihr erfolgreicher Abschluss wird anerkannt vom

  • Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.,
  • Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen/innen e.V. und
  • Berufsverband der Rehabilitationslehrer/-innen für Blinde und Sehbehinderte e.V..

Mit diesem Abschluss sind Sie ein anerkannter Leistungserbringer und können mit den verschiedenen Kostenträgern (wie beispielsweise den Krankenkassen) Ihre Leistungen abrechnen.

Tätigkeiten

Rehabilitationslehrer/-innen für Blinde und Sehbehinderte (Orientierung und Mobilität) vermitteln eine Reihe von Fertigkeiten, die für die selbständige und sichere Teilnahme am Straßenverkehr wichtig sind. Zu diesen Fertigkeiten gehören die Grundelemente der Orientierung unter Anwendung aller verbliebenen Sinne, der Umgang mit sehender Begleitung, die wirksame Handhabung von Hilfsmitteln wie dem Langstock, das Vertraut machen mit Räumen und Gebäuden, das sichere Überqueren von Straßen und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung im pädagogischen oder sozial-medizinischen Bereich, als Orthoptist oder Augenoptiker
  • Alter zwischen 23 und 55 Jahren
  • körperliche und psychische Belastbarkeit
  • normales Gehör
  • normale Sehschärfe und normales Gesichtsfeld
  • Erwünscht: Erfahrung mit Menschen mit Behinderung
  • Erwünscht: PC-Grundlagenkenntnisse
  • Erwünscht: Führerschein Kl. III

Dauer / Ort

Vorraussichtlich 42,25 Wochen (1.450 Std.).

Der Unterricht findet vornehmlich in unseren Seminarräumen, teils aber auch im öffentlichen Bereich (wie öffentlichen Gebäuden, im Straßenverkehr oder im öffentlichen Personennahverkehr) statt.

Kosten

Gebühr auf Anfrage

Ziel

Ziel der Weiterbildung ist, Sie zu einer fertigkeitsanalytischen Denk- und Arbeitsweise zu befähigen, die es Ihnen ermöglicht, sehbeeinträchtigten Schulungsteilnehmern Techniken im Bereich der selbständigen Fortbewegung zu vermitteln, die ohne das Sehen bzw. mit eingeschränktem Sehvermögen durchführbar sind. Ein wesentlicher Teil der Weiterbildung besteht darin, diese Techniken unter der Augenbinde bzw. Simulationsbrillen zu erarbeiten. Sie werden befähigt, individuelle Schulungsprogramme entsprechend der Fähigkeiten und Bedürfnisse der Klienten zu erstellen und anzupassen. Die Lehrinhalte werden durch eine mehrmonatige Lehrpraxis ergänzt, in der Sie mit blinden und sehbehinderten Menschen unter Begleitung von Fachkräften arbeiten. In diesem Abschnitt der Weiterbildung werden Sie die notwendigen Erfahrungen für Ihre spätere eigenverantwortliche Tätigkeit sammeln.

Inhalte / Methodik

Erster Abschnitt der Weiterbildung

Praktischer Teil:

  • Eigenerfahrung unter Simulationsbrille und Augenbinde im Einzelunterricht.
  • Beobachten, wenn ein anderer Teilnehmer in der Eigenerfahrung ist.
  • Übernehmen der Lehrerolle, wenn ein anderer Teilnehmer in der Eigenerfahrung ist.
  • Selbstständiges Entwickeln von Techniken / Vorgehensweisen
  • Durchführen von Übungslehrproben (Teachbacks). Diese werden auf Video aufgenommen und gemeinsam ausgewertet.
  • Selbständiges Erarbeiten von Unterrichtssequenzen

Theoretischer Teil:

  • Theorie des Unterrichtens von O&M
  • Ophthalmologie
  • Low Vision - Theorie
  • Audiologie Psychologie (Lern- und Entwicklungspsychologie, psychosoziale Aspekte der Blindheit und Sehbehinderung sowie Gesprächsführung)
  • Sinnesphysiologie, Neurophysiologie
  • Wahrnehmung
  • Begriffsbildung
  • Schulungen mit verschiedenen Klientengruppen
  • Hilfsmittelkunde
  • Struktur des Blinden- und Sehbehindertenwesens
  • Rechtskunde/Berufskunde

Hospitation sowie Expertenbefragungen/-gespräche unter gezielten Fragestellungen; Einstieg in den Unterricht in O&M mit sehbehinderten und blinden Menschen

  • Hospitation
  • Expertenbefragungen
  • Unterrichten von Einzelinhalten
  • Fallbesprechungen

Zweiter Abschnitt der Weiterbildung (Lehrpraxis)

Erteilen von Unterricht in O&M mit sehbehinderten und blinden Menschen; verschiedene Klientengruppen

  • Unterrichtsvorbereitung
  • Unterrichtsdurchführung
  • Unterrichtsreflexion
  • Erstellen von Schulungsplänen sowie Zwischen- und Endberichten; einschließlich Verlängerungsanträge
  • Fallbesprechungen

Anfertigen einer Projektarbeit mit Praxisbezug.

NEU: Ein Teil der Hospitation und Lehrpraxis kann unter bestimmten Voraussetzungen auch außerhalb von Hamburg durchgeführt werden. Sprechen Sie uns gern darauf an!

Lehrpersonal

Unsere Weiterbildungskurse zeichnen sich durch eine sehr hohe Qualität sowie Praxisnähe aus. Ein wichtiger Faktor ist die gute Mischung im Lehrpersonal. Das Team besteht aus:

  • jungen Kollegen / Kolleginnen, die noch einen nahen Bezug zu ihrer eigenen Weiterbildung haben, aber bereits mindestens über ein Jahr Berufserfahrung (in Vollzeit) verfügen
  • Kollegen / Kolleginnen, die über eine langjährige Berufserfahrung verfügen - als IRIS Mitarbeiter oder als Freiberufler
  • Kollegen / Kolleginnen, die bereits seit vielen Jahren in der beruflichen Weiterbildung tätig sind
  • einer langjährigen, aber immer noch begeisterten Weiterbildungsleitung, die stets interessiert ist, die Kurse erneut zu reflektieren und weiterzuentwickeln

Jedes Teammitglied ist zeitgleich zu der Arbeit in den Kursen weiterhin als Rehabilitationslehrer/in für Blinde und Sehbehinderte tätig und bringt seine Bilder, seine Erfahrungen und (neuen) Kenntnisse aus der eigenen Praxis direkt in die Weiterbildung ein.

Des Weiteren werden einige Unterrichtsfächer von externen Fachkräften erteilt. Sie ergänzen das IRIS Team und stehen Ihnen ebenso als Experten gern zur Verfügung.

Prüfungen

Prüfungen im ersten Abschnitt der Weiterbildung

Schriftliche Prüfungen werden in folgenden Fächern durchgeführt:

  • Augenheilkunde
  • Audiologie
  • Theorie der Vermittlung O&M

Eine praktische Prüfung wird in folgendem Fach durchgeführt:

  • Vermittlung O&M (Lehrprobe)

Alle Prüfungen können einmal wiederholt werden. Sie müssen mindestens mit "ausreichend" (Note 4) abgeschlossen werden. Ein Ausgleich zwischen den Fächern ist nicht möglich.

Zu erbringende Leistungen im zweiten Abschnitt der Weiterbildung (Lehrpraxis)

Die Zulassung zur Lehrpraxis setzt den erfolgreichen Abschluss des ersten Abschnittes der Weiterbildung voraus.

  • Unterrichten von blinden und sehbehinderten Menschen. Es findet eine Prozessbeurteilung durch die begleitenden Fachkräfte statt. Mindestleistung: mit Erfolg
  • Anfertigen einer Projektarbeit: Bei der Projektarbeit handelt es sich beispielsweise um das Entwickeln und Erstellen von speziellen Unterrichtsmaterialien, Modellen oder Präsentationen, die im späteren Praxisfeld eingesetzt werden sollen. Mindestleistung: mit Erfolg

Abschluss

Sind alle genannten Prüfungen bestanden bzw. Leistungen erbracht, wird ein Zeugnis ausgehändigt. Dieses Zeugnis ist die Voraussetzung, um als Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte - Orientierung und Mobilität - anerkannt zu werden.

Berufslage

Als anerkannter Leistungserbringer besteht für Sie die Möglichkeit, freiberuflich zu arbeiten. In diesem Fall rechnen Sie Ihre Leistungen direkt mit den verschiedenen Kostenträgern (wie beispielsweise den Krankenkassen) ab.

Sie haben ferner die Möglichkeit im Angestelltenverhältnis tätig zu sein.

Rehabilitationslehrer/innen für Blinde und Sehbehinderte werden beispielsweise von Blinden- und Sehbehindertenschulen, entsprechenden Internaten, Vorschuleinrichtungen, Rehabilitationszentren, Berufsförderungswerken oder Blinden- und Sehbehindertenvereinen beschäftigt.

Ein Bedarf an Rehabilitationslehrer/innen war in Deutschland stets gegeben. Da nun die ersten Kollegen und Kolleginnen aus der "Gründerzeit" in den Ruhestand gehen, ist die Berufslage "gut" bis "sehr gut".

Aufnahme

Da die Zahl der Weiterbildungsplätze auf 6 begrenzt ist, sollten Sie sich umgehend an uns wenden. Nach Erhalt der vollständigen Bewerbungsunterlagen wird ein Termin für ein Bewerbungsgespräch vereinbart. Die Bewerbungsunterlagen sowie das Bewerbungsgespräch bilden die Grundlage für unsere Entscheidung, wer in die Weiterbildung aufgenommen wird.